Hilfreiche Checklisten - Bestattungsvorsorge

Foto: "Checklisten" - Bestattungsvorsorge beim Bestattungshaus ZEITLOS Herford

Bestattungsvorsorge beim Bestattungshaus Zeitlos


Hilfreiche Checklisten - Bestattungsvorsorge

Alles Wichtige regeln, solange es noch geht

Von einem Tag auf den anderen kann es geschehen, dass man aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, Wünsche zu äußern oder die eigenen Angelegenheiten zu regeln. Dass dann fremde Menschen über einen entscheiden, möchte niemand. Die meisten gehen von einer falschen Annahme aus: nämlich dass Familienangehörige für sie automatisch eine gesundheitliche Entscheidung treffen oder eine Unterschrift leisten könnten, wenn man selbst – vielleicht nur vorübergehend – das nicht mehr kann. Das stimmt nicht! Auch Kinder und Ehegatten müssten dazu vorher legitimiert worden sein. Sonst muss sich zwangsläufig das Betreuungsgericht einschalten.

Deshalb sollte eigentlich jeder Erwachsene diese Dinge mit seinen Vertrauenspersonen besprechen und ihnen durch entsprechende Verfügungen und Vollmachten die nötigen Weisungen und Befugnisse erteilen, die eigenen Wünsche durchsetzen zu können.

 

Ihr Wille hat Bedeutung

auch in Situationen, in denen Sie ihn nicht mehr selbst äußern können. Aber woher wissen diejenigen, die dann entscheiden sollen, was Sie wollen?

 

Hier erfahren Sie, wie Sie mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung erreichen können, dass in Ihrem Sinne gehandelt wird:

  • Informationen zur Patientenverfügung (Broschüre des BMJV)
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung (Malteser)
  • Über den Tod hinaus

Wenn Sie konkrete Wünsche für Ihre Bestattung haben, sollten Sie diese Information unbedingt so hinterlegen, dass Ihre Angehörigen sie im Trauerfall auch finden werden. Dann entscheiden die Hinterbliebenen, ob sie Ihren Vorgaben nachkommen können und wollen oder nicht.

 

Sicherer und verbindlicher ist es, wenn Sie mit dem Bestatter Ihres Vertrauens einen Vertrag über die Bestattungsvorsorge abschließen. Dadurch verpflichten Sie denjenigen, alles so zu machen, wie es schriftlich festgehalten wurde. Änderungen an dieser Vereinbarung können nur vorgenommen werden, solange Sie leben und zustimmen. Sie müssen allerdings auch dafür sorgen, dass die finanziellen Mittel zur Begleichung der Bestattungskosten bei Eintritt des Todesfalls vorhanden sind. Wer die Kosten für die Bestattung trägt, darf und muss nach den eigenen Möglichkeiten entscheiden.

 

Sichern Sie Ihre Ersparnisse

Sollten Sie irgendwann pflegebedürftig werden, darf zur Deckung der entstehenden Kosten Ihr gesamtes Vermögen herangezogen werden. Lediglich das sogenannte „Schonvermögen“ dürfen Sie behalten. Eine Ausnahme bilden zweckgebundene Gelder für die Bestattung und Grabpflege. Diese müssen jedoch so festgelegt sein, dass eine anderweitige Verwendung ausgeschlossen ist.

 

Wir empfehlen, Geld das Sie für Ihre Bestattung zurücklegen wollen, auf ein Konto bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand einzuzahlen. Das geht allerdings nur in Verbindung mit einer Bestattungsvorsorge bei einem Bestatter. Die Treuhand sichert alle Gelder über Bürgschaften ab und streitet sich im Zweifelsfall auch mit dem Sozialamt, damit Ihre Rücklagen unangetastet bleiben.

Gern beraten wir Sie ganz unverbindlich, was in Ihrem Fall sinnvoll sein könnte.

 

Aufschreiben und hinterlegen

Wenn dann der Trauerfall tatsächlich eintritt, wird Ihre Familie sehr dankbar sein, dass alle wichtigen Informationen und Unterlagen schnell gefunden werden können. Das wären beispielsweise:

  • Urkunden und Familienstammbuch,
  • Policen von Sterbe- und/oder Lebensversicherung(en)
  • Unterlagen über Nutzungsrechte an Grabstätten
  • Vertrag über Bestattungsvorsorge, wenn vorhanden 
  • Testament oder Hinterlegungsschein
  • Wünsche für Trauerfeier oder Bestattung (z.B. Lieder oder Texte, die berücksichtigt werden sollen)
  • Adressen und/oder Telefonnummern von Personen, die benachrichtigt werden oder eine Trauerkarte erhalten sollen.

Letztlich kann auch die beste Vorsorge niemanden davor bewahren zu sterben.

Bis dahin ist es jedoch sehr beruhigend, wenn alles gut geregelt ist.

Fragen, die wir Ihnen stellen:

Persönlicher Abschied

  • Möchten Sie noch im Bestattungshaus am offenen Sarg Abschied nehmen (Aufbahrung)?
  • Was soll der/die Verstorbene angezogen bekommen?

Kleidung zusammenstellen (ohne Schuhe)

  • Soll Schmuck, der noch getragen wird, abgenommen werden (z.B. Ehering)?
  • Soll Schmuck angelegt werden (z.B. Armbanduhr, Lieblingskette o.ä.)?
  • Soll noch irgendetwas mit in den Sarg gelegt werden?
  • Soll eigene Bettwäsche oder eine eigene Tagesdecke anstelle der üblichen Bestattungswäsche verwendet werden?

Beisetzung

  • Soll der/die Verstorbene eingeäschert werden?
  • In welchen Sarg soll der/die Verstorbene gebettet werden?
  • Wo soll der Sarg / die Urne beigesetzt werden?
  • Soll ein hölzernes Grabkreuz aufgestellt werden?

Formelles

  • Wer ist Auftraggeber? (Entscheider und Rechnungsempfänger)
  • Wer ist Ansprechpartner? Kontaktdaten, Email?
  • Wie viele Sterbeurkunden benötigt die Familie?
  • Sind neben Rente und Krankenkasse noch andere Abmeldungen zu tätigen? (z.B. Lebensversicherung, Sterbekasse, Pflegegeld)

Trauerfeier

  • Soll es eine Trauerfeier geben?
  • Wann soll/kann die Trauerfeier stattfinden?
  • Soll diese am Sarg (vor der Einäscherung) stattfinden oder an der Urne (vor der Beisetzung)?
  • Soll diese in einer Kirche stattfinden, im Bestattungshaus oder an einem anderen Ort?
  • Soll es nach der Trauerfeier eine Kaffeetafel geben? Wie viele Personen werden erwartet?
  • Welcher Blumenschmuck wird in der Trauerfeier gewünscht? Lieblingsblumen?
  • Was soll auf den Schleifen stehen? Namen, Text für den letzten Gruß
  • Soll ein Bild aufgestellt werden? Wenn ja, welches?
  • Soll in der Trauerfeier nur Orgelmusik gespielt werden?
  • Soll (auch) andere Musik gespielt werden? Wenn ja. Welche?
  • Wer soll die Trauerrede halten? Pastor, Trauerredner, andere Personen?
  • Besondere Wünsche?

Traueranzeige

  • Soll eine Traueranzeige in der Zeitung geschaltet werden? Wann, welche Ausgabe?
  • Welche Personen sollen in der Anzeige benannt werden?
  • Textwünsche? Gestaltungswünsche: Bildmotiv?
  • Soll ein Spendenaufruf anstelle von Kränzen oder Blumengaben erfolgen?
  • Für welche Einrichtung?
  • Werden Trauerkarten oder -briefe benötigt?
  • Wie viele ?

Hinterbliebenenrente beantragen

(die sog. Witwenrente bzw. Witwerrente)

Sie haben gerade den Ehepartner verloren? Diesen Verlust kann Ihnen niemand ersetzen. Die gesetzliche Hinterbliebenenrente kann aber zumindest den Unterhaltsverlust teilweise ausgleichen und damit Ihre wirtschaftliche Existenz sichern. Allerdings müssen Sie dies selbst beantragen. Der Anspruch auf Witwenrente besteht erst ab Antragstellung. Deshalb sollten Sie damit nicht allzu lange warten.

 

Ganz so eilig ist es nicht:

Wir beantragen bei der Abmeldung der gesetzlichen Rente für Ihren Ehepartner gleichzeitig eine Vorschusszahlung für Sie. Diese beträgt üblicherweise drei Monatsrenten Ihres Partners und wird zumeist als Einmalzahlung über den Gesamtbetrag überwiesen.

Sie können sich ruhig Zeit lassen, bis Sie sich nach der Beisetzung für diese Aufgabe bereit fühlen. Bedenken Sie aber bitte, dass die Bearbeitung Ihres Antrages einige Wochen dauern kann und erst weitere Zahlungen erfolgen, wenn der Bescheid ergangen ist.

Auch wenn Ihr Partner noch keine Rente bezogen hat, sollten Sie einen Antrag stellen. Meistens besteht bereits Anspruch auf eine verminderte Hinterbliebenenrente für den Ehepartner.

Wenn innerhalb von 6 Wochen nach dem Tod Ihres Ehepartners kein Antrag bei der gesetzlichen Rentenversicherung eingegangen ist, werden Sie vermutlich von dort eine Aufforderung erhalten.

Der Rentenantrag ist sehr umfangreich. Deshalb raten wir Ihnen, die kostenlose Beratung des ehrenamtlichen Versichertenberaters im Amt Geltinger Bucht in Anspruch zu nehmen. Er wird mit Ihnen das ganze Formular durchgehen und darauf achten, dass alles vollständig und korrekt ausgefüllt wird. So bleiben Ihnen Rückfragen und unnötige Verzögerungen bei der Bearbeitung erspart.

 

Wenn Sie nicht selbst krankenversichert sind, sondern bei Ihrem verstorbenen Ehepartner mitversichert waren, ist diese Versicherung mit dem Tod Ihres Partners erloschen. Die Übergangszeit, in der die Krankenversicherung noch ihre Behandlungen weiter bezahlt, dauert 1 Monat. Danach müssen Sie sich selbst krankenversichern. Mit dem Antrag auf Hinterbliebenenrente beantragen Sie in diesem Fall gleichzeitig die Krankenversicherung als Rentner (KvdR).

Wenn Sie keine eigene Krankenversicherung haben, müssen Sie den Antrag auf Hinterbliebenenrente so schnell als möglich stellen !

 

Benötigte Unterlagen

Für die Beantragung der Witwe(n/r)rente benötigen Sie im Regelfall folgende Unterlagen:

 

Eigene Unterlagen:

  • eigener Personalausweis oder Reisepass
  • Heiratsurkunde (Familienstammbuch)
  • Geburtsurkunden Kind(er)
  • Datum Vorschussantrag (Bestatter)
  • Angaben eigene Einkünfte (z.B. Renten, Arbeitslohn, Sozialleistungen)
  • eigene Rentenversicherungsnummer
  • eigene Krankenversicherungskarte
  • eigene Steueridentifikationsnummer
  • eigene Bankverbindung (IBAN + BIC)

Unterlagen der/des Verstorbenen:

  • Sterbeurkunde
  • letzte Rentenanpassungsmitteilung
  • Angaben zur Krankenkasse
  • Unterlagen über Berufsausbildung (z.B. Lehrvertrag, Gesellenbrief o.ä.)

Bei Einbürgerung:

  • Einbürgerungsurkunde

Was noch geregelt werden sollte:

Wohnung und Hausrat

  • Haustiere, Blumen und Pflanzen versorgen
  • Besitz von Haus-/Wohnungsschlüsseln regeln
  • Heizung regulieren, Fenster schließen, Stecker ziehen
  • Gas/Waser/Strom abstellen, bzw. ummelden
  • Wohnung kündigen oder ummelden
  • Post umbestellen
  • Telefon, Internet, Handyverträge kündigen
  • Auto und Kfz-Versicherung/-Steuer abmelden

Arbeit

  • Sterbefall beim Arbeitgeber melden
  • Kunden benachrichtigen

Renten und Versicherungen

  • Antrag auf Hinterbliebenenrente /Waisenrente stellen
  • Versicherungsgesellschaften benachrichtigen
  • Haftpflicht-, Hausratsversicherung kündigen oder umschreiben
  • Krankenversicherung von Familienangehörigen ev. neu regeln
  • Abrechnung mit Lebensversicherungen und Sterbekassen

Geld und Vermögen

  • Daueraufträge ändern
  • Fälligkeiten Terminzahlungen beachten
  • Kreditgeber benachrichtigen

Erbschaft

  • Erbschein beim Nachlassgericht beantragen
  • Testament eröffnen lassen
  • Finanzamt über Erbschaft informieren

Amtsformalitäten

  • Versorgungs- / Sozialamt informieren

Mitgliedschaften und Dienstleistungen

  • Zeitungen und Zeitschriften abbestellen
  • Mitgliedschaften in Vereinen oder Verbänden kündigen
  • Rundfunkbeitrag, Kabelfernsehen, Pay-TV kündigen
  • Regelmäßige Lieferungen (z.B. Getränke)
  • oder Dienste (z.B. Haushaltshilfe) abbestellen
  • Ausgeliehene Gegenstände (z.B: Bücher, Filme) zurückgeben
  • Internetseiten, Email-Accounts, digitalen Nachlass löschen oder verwalten

Zur Beurkundung

Müssen die Angehörigen besorgen

  • Personalausweis der/des Verstorbenen
  • Geburtsurkunde der/des Verstorbenen
  • Heiratsurkunde der Eheleute
  • Sterbeurkunde eines verstorbenen Ehepartners
  • Scheidungsurkunde eines geschiedenen Ehepartners

 

besorgt der Bestatter

  • Meldebescheinigung vom Wohnort der/des Verstorbenen
  • Totenschein

 

Für erforderliche Abmeldungen

  • Renten-Nr. der gesetzlichen Rente der/des Verstorbenen
  • Renten-Nr. Witwen-/Witwerrente
  • Persönliche Nummer + Kontaktdaten Betriebsrente(n)
  • Krankenversicherungskarte der/des Verstorbenen
  • Police(n) von Unfall-, Lebens- oder Sterbeversicherung(en)

 

Welche Unterlagen und Informationen könnten ebenfalls gebraucht werden?

  • War der/die Verstorbene Mitglied einer Beliebung oder Sterbekasse?
  • Gibt es ein Testament? Wenn ja, ist das beim Amtsgericht hinterlegt?

 

Hinterlegungsschein?

  • Wurden Sozialleistungen bezogen, z.B. Hilfe zur Pflege? Kontaktdaten?
  • Unterlagen über ein bestehendes (Familien)Grab, sofern hier beigesetzt werden soll