Postmortale Gewebespende

Foto: "Steinerne Rosen" - Abschied | Bestattungshaus ZEITLOS Herford

Würdevolle Abschiednahme mit dem Bestattungshaus Zeitlos Herford


Der letzte Wille: Postmortale Gewebespende

Die Übertragung einer Augenhornhaut ist weltweit die am häufigsten durchgeführte Transplantation. Bereits vor fast 110 Jahren wurde die erste erfolgreiche Transplantation einer Augenhornhaut durchgeführt. Die Erfolgsrate beträgt über 95 %, was sie zu der erfolgreichsten Transplantation  überhaupt macht. In Deutschland finden heute jährlich etwa 5000 Hornhauttransplantationen statt. Vielen Patienten kam bei einem jährlichen Bedarf von etwa 7000 Spenderhornhäuten konnte jedoch erst nach längerer Wartezeit eine Hornhaut  vermittelt werden. Menschen mit dem Wunsch, nach dem Tod anderen Menschen Organe oder Gewebe zu spenden, besitzen häufig einen Spendeausweis oder haben diese Verfügung mit ihren nächsten Angehörigen besprochen. Während aber nicht jeder, der dazu bereiten Menschen nach seinem Tod Organe spenden kann, ist sehr häufig – bis zu 72 Stunden nach dem Tode – noch eine Gewebespende möglich. Das kann die Augenhornhautspende für erblindete Patienten, die Herzklappenspende zur Transplantation bei Kindern oder Erwachsenen oder die Spende von Stützgeweben, z.B. Knochengewebe sein. In Deutschland benötigen viel mehr Patienten Gewebetransplantate als aktuell zur Verfügung stehen, darum bemühen wir uns, den Letzten Willen von Verstorbenen mit einem Spendewunsch zu erkennen und umzusetzen.

 

Wir das Bestattungshaus Zeitlos haben uns mit dieser Thematik - Postmortale Gewebespende - bei einer Hospitation in der Rechtsmedizin Hamburg bei dem Leiter Prof. Dr Klaus Püschel auseinander gesetzt und setzen uns für die Postmortale Gewebespende / Augenhornhautspende sowie das Thema Organspende ein.

 

Haben Sie Fragen zu diesem Thema so sprechen Sie uns jederzeit an. 05221 8749995 Wir arbeiten mit DGFG zusammen .

 

Unter der Hornhautentnahme versteht man die postmortale Entfernung der Hornhaut des Auges zum Zweck der Hornhauttransplantation. Voraussetzung ist die Einwilligung zur Hornhautspende bzw. Organspende durch den Spender selbst oder seine nächsten Angehörigen.

 

Hintergrund

Die menschliche Hornhaut ist kaum vaskularisiert und wird über das Hornhautendothel mit Bestandteilen des Kammerwassers ernährt. Es handelt sich um ein bradytrophes Gewebe, dessen Entnahme bis zu 72 Stunden nach dem Tod erfolgen kann. Es ist jedoch eine möglichst frühe Entnahme anzustreben, da sich die Qualität des Transplantats mit zunehmendem Abstand vom Todesszeitpunkt verschlechtert.

 

Bekannte Infektionen (z.B. HIV, Hepatitis B, Hepatitis C oder Syphilis) führen zum Ausschluss des Spenders.

 

Technik

Es gibt im Wesentlichen zwei Techniken zur Hornhautentnahme:

 

Corneosklerale Entnahme: Unter sterilen Bedingungen wird eine ca. 14-15 mm große Scheibe an der Vorderseite des Auges entfernt, die aus der Hornhaut und einem ca. 1-2 mm breiten Sklerarand besteht.

 

Der Rest des Auges verbleibt am Spender. Der entstandene Defekt wird mit einer formstabilen Kontaktlinse abgedeckt.

 

Enukleation: Bei der seltener durchgeführten Enukleation wird der gesamte Augapfel entnommen und dem Spender ersatzweise eine passende Prothese eingesetzt. Die anschließende Trepanation erfolgt dann unter sterilen Bedingungen in einer Hornhautbank.Bei beiden Entnahmetechniken wird nach der Entnahme des Transplantats das Augenlid des Verstorbenen geschlossen, so dass die Entnahme von Außen nicht zu erkennen ist.

 

Nach der Entnahme wird die Hornhaut in eine mit Antibiotika dotierte Nährlösung gelegt. Die Zellen der Hornhaut können so bis zur anschließenden Transplantation weiterleben.